Heimatforscherin Elwira Plesska über das Kulturerbe der Schwarzmeerdeutschen

Liebe Freunde, bis 1991 konnten wir, die Nachkommen der Schwarzmeerdeutschen, unsere Herkunft kaum erklären. Wir wussten nicht wirklich, woher wir stammten.

In den ersten Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion, dank der Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, konnten wir zum ersten Mal die ehemaligen deutschen Kolonien am Schwarzen Meer besuchen, vor allem im Gebiet von Odesa.

Dort sahen wir, dass noch Spuren der materiellen Kultur erhalten geblieben waren, wenn auch oft nur in Gestalt von Ruinen der einstigen Kirchen. In manchen Schulen, die einst von deutschen Kolonisten erbaut wurden, lernen bis heute Kinder aus diesen Dörfern. Auch einige alte Gemeindehäuser, in denen noch immer die Dorfverwaltung tagt, sind stehen geblieben. Manchmal findet man auch die Überreste der zentralen Lehranstalten, etwa in Sarata oder in Groß-Liebenthal.

Mit den Jahren verschwinden jedoch viele diese Zeugnisse der materiellen Kultur. Die Zeit zerstört sie, und die Gleichgültigkeit. Und wir möchten das Andenken an die deutschen Kolonisten bewahren, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts hierher kamen und nahezu verlassene, völlig unerschlossene Brachländer besiedelten. Sie belebten diese Region sowohl wirtschaftlich als auch kulturell.

Wir sind überzeugt, dass diese Erinnerung erhalten bleiben muss. Und wir hoffen sehr, dass die Bundesrepublik Deutschland uns weiterhin unterstützt, damit wir die Geschichte der Schwarzmeer-Kolonien noch genauer dokumentieren und den Beitrag der deutschen Kolonisten zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung dieser Region würdigen können.

Das Virtuelle Museum der Schwarzmeerdeutschen wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „House of Europe“ gefördert.




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