Krasnosilka (Güldendorf)

Güldendorf (heute – Krasnosilka) war eine deutsche Kolonie in der Chersoner Provinz des Odesaer Kreises, die zum Beresaner/Liebentaler Kolonistenbezirk gehörte. Heute liegt das Gebiet der ehemaligen Kolonie im Odesaer Rajon.

Die Kolonie wurde 1830 von Siedlern aus Württemberg und Baden gegründet. In der Anfangszeit kam es bei der Ansiedlung häufig zu Konflikten mit den Militärsiedlern, Chumaken und bulgarischen Bauern.

Die wirtschaftliche Grundlage der Kolonisten bildeten Ackerbau, Viehzucht und Pferdezucht.

Nach den Selbstverwaltungsreformen wurde die Kolonie zum administrativen Zentrum der Güldendorfer Volost. Dort gab es 129 Höfe und 869 Einwohner. Einnahmen erzielten eine Dampfmühle, vier Läden und eine Schenke.

Das religiöse Leben in der Kolonie, in der Lutheraner, Baptisten und Katholiken lebten, war unruhig und konfliktbehaftet.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs verlor die deutsche Bevölkerung das Vertrauen der Regierung. Sie wurde ihres Eigentums beraubt, durfte keine deutschsprachige Presse herausgeben und nicht mehr in der Muttersprache sprechen oder beten. 1915 wurde die Dorfschule geschlossen. 1914 wurde Güldendorf in Kutusowo umbenannt.

Während der Herrschaft der Bolschewiki nahmen die Einwohner von Güldendorf im Frühjahr und Sommer 1919 am bewaffneten antibolschewistischen Großliebentaler Aufstand teil.

Im Februar 1920 etablierte sich die sowjetische Macht endgültig in der Ukraine. Die Beziehungen zwischen den Bolschewiki und der Bevölkerung von Güldendorf waren angespannt. Versuche, kollektive Formen der Landwirtschaft einzuführen, blieben erfolglos. Ende des Winters 1930 begann die Kampagne der Enteignung und Kollektivierung. Während der Hungersnot 1932–1933 starben mindestens 47 Einwohner Güldendorfs. In der Zeit des Massen-Terrors 1937–1938 wurden 28 Personen erschossen.

Im Sommer 1941 geriet Güldendorf in die von rumänischen Truppen besetzte Zone. Die deutsche Bevölkerung stand unter der Verwaltung des SS-Sonderkommandos „R“ (Sonderkommando R). Im März 1944 wurden die Einwohner angesichts des Vormarsches der Roten Armee in den Reichsgau Wartheland (Polen) evakuiert. Nach dem Krieg wurden sie in die UdSSR repatriiert.

Nach Kriegsende 1945 hörte Güldendorf als deutscher Siedlungsort auf zu bestehen und wurde in Krasnosilka umbenannt.

Das Virtuelle Museum der Schwarzmeerdeutschen wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „House of Europe“ gefördert.




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