Geschichte und Kultur der Schwarzmeerdeutschen: Interview mit Dr. Dmytro Myeshkov

Die Geschichte und Kultur der Schwarzmeerdeutschen ist ein zentraler Schwerpunkt, einer der Schwerpunkte, mit denen uns wir schon seit der Wiedergründung oder Neugründung des Nordost-Instituts vor 25 Jahren hier in Lüneburg beschäftigen. Das war eine der zahlreichsten Gruppen der deutschen Bevölkerung auf den Gebieten des Russländischen Reiches, aber auch in der Ukraine. Neben Wolhyniendeutschen waren die Deutschen im nördlichen Schwarzmeergebiet, die zahlreichste Gruppe. Und das Kulturerbe der Schwarzmeerdeutschen ist natürlich allein aus diesem Grunde sehr, sehr wichtig, auch für unsere Forschung.

Deswegen finden wir es wirklich sehr wichtig, dass dieses Projekt vom Rat der Deutschen der Ukraine initiiert und durchgeführt wird. Und besonders unter Kriegsbedingungen, wo wir jeden Tag sehen und erfahren, dass dort viele Kulturschätze unwiederbringlich zerstört oder verloren gehen, ist natürlich umso wichtiger, diese Projekte zur Sicherung und zur Digitalisierung und zur Dokumentierung der Vergangenheit der Deutschen in der Südukraine durchzuführen.

Und wir stehen natürlich unseren Partnern in der Ukraine bei diesem Vorhaben auch sehr gerne bei, weil es geht ja auch letztendlich um unseren Forschungsauftrag und wir liefern natürlich auch da, wo wir nur können, unsere Expertise und unser Wissen über die Geschichte und Vergangenheit, aber auch unser Wissen und Expertise, was die Archivbestände, Archivüberlieferung oder Museumsüberlieferung, aber auch Siedlungsgebiete und Siedlungssysteme, die bei der Durchführung dieser Projekte hilfreich sein können.

Das Virtuelle Museum der Schwarzmeerdeutschen wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „House of Europe“ gefördert.




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